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Leisure Suit Larry Magna Cum Laude

Die frivole Uni-Dating-Simulation kommentiert von Oliver Pocher

Facts

Kategorie: Adventure
PAL-Release: 2004
Entwickler: High Voltage Software
Hersteller: Vivendi Universal
Spieler: 1
Zubehör: –

Story

Das wilde Unileben: Laute Musik, exzessive Partys und hemmungslose Sex-Abenteuer. Dauer-Student Larry Lovage, Neffe des berühmt-berüchtigten Schwerenöters Larry Lafer, wäre gerne ein Teil davon, doch leider findet das ausschweifende Unitreiben nur in seiner Fantasie statt.

Doch als Larry mitbekommt, dass die Reality-Dating-Show „Swingles“ aktuell auf dem Campus nach neuen Kandidaten sucht, sieht er seine große Chance gekommen, das Blatt zu wenden! Um allerdings bei der Show mitmachen zu können, muss er zunächst seine Anmachkünste unter Beweis stellen und persönliche „Liebesbeweise“ seiner Eroberungen präsentieren… Möge das Flirten beginnen!

Gameplay

Bei Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude handelt es sich um einen Mix aus 3D-Adventure und Minigame Geschicklichkeitsaufgaben. Um eines der insgesamt 15 Campus-Mädels klarzumachen, muss man verschiedene Minispiele wie z.B. Trampolin hüpfen, Bierglas-Quartern oder Drinks mixen gewinnen, um die Ladies zu begeistern und eine Anmache zu starten.

Dabei sollte man Larrys Selbstvertrauenleiste stets im Blick haben: Hat er zu wenig davon, traut er sich keine Girls anzusprechen. Mit ein paar Gläsern Bier lässt sich das Selbstvertrauen steigern, doch trinkt man zuviel Alkohol lässt auch die Reaktionsgeschwindigkeit in den Minispielen nach und man verpasst die Chance auf weitere Intimitäten. Da hilft dann nur noch ordentlich Kaffee trinken!

Ist gerade keine Herzensdame zum Plaudern in Sicht, kann man sich im „Wander Modus“ frei auf dem Uni-Gelände bewegen, mit Personen sprechen und die Umgebung nach Geld oder geheimen Marken absuchen. Die unterschiedlichen Schauplätze, darunter das Mädchenwohnheim, der Campushof oder die benachbarte Vergnügungsmeile, werden dabei mit steigendem Spielfortschritt sukzessiv freigeschaltet.

Meinung

Eines sollte vorab erwähnt werden: Es gibt viele Gründe, Leisure Suite Larry Magna Cum Laude nicht zu mögen. Fans der Larry-Serie mögen eventuell den ursprünglichen Charme vermissen während Adventure-Puristen vergeblich nach echten Rätseln suchen. Und wer mit sexistischen Anspielungen und pubertärem Humor nichts anfangen kann, sollte am besten direkt aufhören, weiter zu lesen.

Dennoch muss ich sagen, dass ich mit diesem Larry-Spin-off der 2000er Jahre eine überwiegend gute Zeit hatte! Jede zu erobernde Herzensdame im Spiel erzählt eine neue, lustige Mini-Geschichte um unseren Anti-Frauenheld Larry, der beim Baggern einfach kein Fettnäpfchen auslässt und dadurch in die skurrilsten Situationen gerät. Etwa wenn er die temperamentvolle Italienerin abschleppen möchte und anschließend von der Mafia-Familie verfolgt wird. Und dass Larry die Anführerin der Musikkapelle im Football-Maskottchen-Kostüm beglücken muss, hat er sich bestimmt auch anders vorgestellt.

Zugegeben, der primitive Humor des Spiels – zusätzlich befeuert durch die zotige Deutsche Synchro von Oliver Pocher als Stimme von Larry – schießt häufig über das Ziel hinaus. Doch es gibt immer wieder Stellen, an denen ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen kann. Zum Beispiel wenn Larry mit seinem Agenten im Off über seine Sex-Pannen diskutiert oder wenn Onkel Larry Lafer im Gespräch anmerkt, dass 16 Farben damals noch „vollkommen ausreichend“ waren. 😀

Es ist zudem sehr motivierend den Uni Campus zu erkunden. Quasi an jeder Ecke stolpert man über kleine Secrets und witzige Details: Radio-Werbung für Dildos, schlüpfrige Geräusche aus den Zimmern im Mädchenwohnheim oder auch die versteckte Porno-Fee, ein bärtiger Fettsack im Tütü. Herrlich absurd!

Man kann jedoch nicht leugnen, dass Leisure Suit Larry: Magna Cum Laude auch ein paar erhebliche Qualitätsprobleme hat. Die viel zu häufigen und zu langen Ladezeiten nerven aus meiner Sicht am meisten. Da helfen leider auch keine hübschen Damen im Ladebildschirm drüber hinweg. Die Mini Games sind anfangs leicht, später hingegen viel zu schwierig und man braucht etlich viele Versuche, um mal zu gewinnen. Ist das wirklich nötig?

Teilweise verpasst die Deutsche Synchro auch das richtige timing in den Minispielen oder übertönt sogar die eigenen Stimmen, was ziemlich merkwürdig wirkt. Hier waren echt keine Profis am Werk. Nach kurzer Zeit hatte ich sogar einen billigen Trick entdeckt, um unbegrenzt Geld zu verdienen, indem ich immer wieder die gleichen Chearleader-Fotos geknippst und an den Typen um die Ecke verkauft habe. Solche Glitches sollten in keinem erstklassigen Spiel vorkommen.

All diese technischen Pannen sind schließlich auch der Grund weswegen dieser Titel in der PS2-Version von mir leider nur ein „Gut“ und nicht mehr bekommt.

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