Armored Core 2

Sperrig und motivierend zugleich – das Debüt der japanischen Mech-Action Serie auf der PS2

Titel: Armored Core 2
Kategorie: Action
PAL-Release: 2001
Entwickler: From Software
Hersteller: Crave Entertainment, Ubisoft
Spieler: 1-2
Unterstütztes Zubehör: Memory Card, Analog Controller, i.Link Kabel, USB Maus


Story

In der Zukunft haben die Menschen durch kriegerische Handlungen die Erde unbewohnbar gemacht und müssen unterhalb der Erdoberfläche ums Überleben kämpfen. Staatliche Regierungen sind zerfallen und große Konzerne kämpfen mit bewaffneten Mechs, den sogenannten „ACs“, um knappe Ressourcen. Als in dieser schwierigen Zeit verschollene Pläne zur Kolonisation des Mars entdeckt werden, keimt neue Hoffnung bei den Menschen auf ein besseres Leben in den Sternen! 

Doch in der neuen Heimat angesiedelt, scheint sich die Situation wie auf der Erde zu wiederholen: Neben der neu installierten LLC-Regierung kämpfen vor allem die privaten Großkonzerne Zio Matrix, Emeraude und Balena erbittert um die Vorherrschaft. Besonders gerne werden dafür Raven-Piloten als Söldner angeheuert, die mit gepanzerten ACs die militärischen Konflikte der Parteien austragen. Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines dieser begehrten Kampfpiloten.

Gameplay

Bei Armored Core 2 handelt es sich um ein taktisch angehauchtes Mech-Actionspiel aus der Third-Person-Perspektive. Herzstück bildet der Missionsmodus, bei dem verschiedene bezahlte Aufträge für die Marskonzerne gegen erfüllt werden: Hier müssen etwa geheime Basen infiltriert, Brücken verteidigt oder feindliche Informanten eliminiert werden. Mit den dadurch verdienten Credits können im Shop neue Einzelteile für den eigenen AC erworben werden, der sich in nahezu jedem Bereich individualisieren lässt – von Waffen, Armen und Beinen bis hin zu Raketenpacks, Radarsystemen und Schilden bleiben kaum Wünsche offen. Sogar der farbliche Anstrich der Rüstung sowie eigene Logos lassen sich einstellen.

Abgesehen von den Hauptmissionen können in der „Arena“ 1vs1-Gefechte gegen computergesteuerte Ravenpiloten geführt werden, um die Spitze der Rangliste zu stürmen sowie ein paar extra Credits und neue Bauteile zu ergattern. An einen Versus-Mode für bis zu 2 Spieler wurde übrigens auch gedacht – sowohl im Splitscreen auf einem gemeinsamen Bildschirm als auch per i.LINK-Kabel zur Verbindung von zwei Playstation 2 Konsolen mit jeweils eigenen Bildschirmen.

Meinung

Wer sich von Armored Core 2 lediglich unkomplizierte Mech-action erhofft, der wird recht schnell ernüchtert werden: Dieser frühe PS2 Titel aus dem Hause From Software ist in vielerlei Hinsicht sperrig und unbarmherzig! Es gibt weder ein Tutorial zur Steuerung, noch eine Erklärungen zu den komplexen Upgrade-Möglichkeiten seines Mech-Kriegers. Einsteiger wie ich sind somit erstmal komplett überfordert. Und das bessert sich auch eine ganze Weile nicht. Zum Beispiel wenn man mal an einer Mission scheitert und dank fälliger Reparaturkosten ein dickes Minus auf seinem Bankkonto verbuchen darf!

In solchen Momenten merkt man ganz besonders, dass Armored Core 2 eine gewisse Einarbeitungszeit benötigt und kein Spiel für „zwischendurch“ ist. Es kommt stark darauf an, die Werte seines Metallkriegers genau zu studieren, das knappe Budget in sinnvolle Upgrades zu investieren und Missionen möglichst taktisch anzugehen. Man kommt im Verlauf des Spiels auch nicht darum herum, Missionen mehrfach zu absolvieren und häufig neu zu laden, um mit optimalen Startbedingungen in die Schlacht zu ziehen. Zudem ist es sehr wichtig, den Bewegungsapparat seines AC im Kampf zu beherrschen, um gegnerischen Treffern auszuweichen. Gar nicht einfach mit einer Controllersteuerung, die komplett auf den rechten Analogstick verzichtet!

Am Ende der Mission erwartet den Spieler ein Duell gegen eine experimentelle Kampfeinheit

Das mag sich alles nun nicht gerade prickelnd anhören, doch wer sich mit den Prämissen anfreunden kann, der hat die Chance, ein taktischen Mech-Action-Spiel mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten und hohem Motivationspotenzial zu erleben! Denn die Möglichkeiten der Gestaltung des eigenen AC sind enorm umfangreich und hochgradig komplex: da muss das Gewicht von Rumpf und Armen auf die Tragfähigkeit der Beine abgestimmt sein, genauso wie der Energieverbrauch sämtlicher Einzelteile auf die Gesamtleistung des Energiekerns. Mehr als 70 (!) verschiedene Parameter müssen mit Bedacht gegeneinander abgewogen werden. Ein Blick in die Anleitung oder einen Guide im Internet wird da fast schon zur Pflicht.

In diesen AC sind bereits einige Credits investiert worden

Einem Taktik-Fan wie mir macht es da richtig Laune, den AC nach eigenen Vorstellungen zu verändern, zu optimieren und immer wieder neu zusammenzustellen. Da kann ich tatsächlich auch über die eher zweckmäßige Grafik und schwache Story hinwegblicken. Immerhin sind die Missionen recht abwechslungsreich gestaltet und bieten stets neue Gebiete, Gegner oder Auftragsziele.

Sogar die Ranglistenkämpfe gegen rivalisierende AC Piloten in der Arena, haben mir richtig Spaß gemacht. Jeder feindliche Mech verfügt über ein individuelles Waffenarsenal und jeder Pilot verhält sich etwas anders: Ist der Gegner besonders stark gepanzert? Dann eignen sich verwinkelte Karten, um mit flinken Manövern von der Seite zu attackieren. Greift der Gegner mit zielsuchenden Raketen an? Dann muss unbedingt ein neues Raketenabwehrsystem aus dem Shop her! Mit ein wenig Überlegen und Taktieren lässt sich jeder noch so starke Widersacher bezwingen. 

Der generische AC Pilot setzt auf Nahkampfangriffe mit seiner Laserklinge

Fazit: Armored Core 2 bietet weder Spitzenoptik noch eine mitreißende Geschichte. Doch der motivierende Mech-Baukasten sowie der herausfordernde Schwierigkeitsgrad haben mich richtig gepackt. Ich hatte deutlich mehr Spaß, als anfangs gedacht!

Bewertung: 3 von 5.
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