Pirates The Legend of Black Kat

Das Piratenabenteuer der Command and Conquer-Entwickler

Facts

Kategorie: Action / Adventure
PAL-Release: 2002
Entwickler: Westwood Studios
Hersteller: Electronic Arts
Spieler: 1-2
Zubehör: –

Story

Kapitänin Katarina des Leon wird Zeuge eines Angriffs auf die Festung ihre Familie durch die gefürchtete Crimson Garde. Ihr Versuch den Überfall aufzuhalten scheitert und ihr Vater, Governeur Marcus de Leon, kommt tragisch ums Leben. Doch er hinterlässt ihr eine letzte Nachricht, die es in sich hat:

Katarinas verstorbene Mutter war eine berüchtigte Piratin und sie müsse ihr Grab finden, um die ganze Wahrheit über ihre Familiengeschichte zu erfahren. Daraufhin sticht Katarina mit ihrem legendären Segelschiff „Windtänzer“ in See, um das Geheimnis ihrer wahren Herkunft zu lüften und den Mörder ihres Vaters zur Strecke zu bringen.

Gameplay

Während die gradlinige Handlung von Pirates – The Legend of Black Kat recht schnell erzählt ist, gestaltet sich die Umschreibung des Gameplays etwas komplexer. Der Titel bieten einen ungewöhnlichen Genre-Mix aus Third Person Action-Adventure und Seeschlachtsimulation!

Die überwiegende Zeit erkundet man mit Katarina zu Fuß lauschige Inseln und wagt sich sich ins Gefecht gegen wilde Tiere, Seeräuber und Geisterpiraten. Katarinas Säbel dient dem Spieler als Hauptwaffe wobei man im Laufe des Abenteuers über zahlreiche nützliche Sekundärwaffen stolpert. Dazu zählen Wurfdolche oder Bomben, später sogar magische Totems oder Voodoopuppen.

Die Navigation an Bord des Windtänzers bildet die zweite Hälfte des Spielgeschehens. Beinahe nahtlos kann man am Ufer in den sogenannten Schiffsmodus wechseln und die direkte Kontrolle über die Galleone übernehmen. Auf hoher See warten jedoch ebenfalls Gefahren: Feindliche Freibeuterschiffe müssen mit Kanonenkugeln und Feuerschalen bekämpft werden. An Häfen lässt sich das Schiff sogar aufrüsten – vorausgesetzt man hat zuvor ausreichend Juwelen erbeutet.

Meinung

Ich gebe zu, dass ich Pirates – The Legend of Black Kat bereits nach wenigen Augenblicken als veralteten Käse beiseite legen wollte: Die stellenweise detailarme Grafik und die hölzernen Animationen sind selbst für ein Playstation 2-Spiel ernüchternd. Das auf Schlagen und Blocken reduzierte Kampfsystem wirkt im ersten Augenblick auch alles andere als spannend oder dynamisch. Doch nach einer ersten Eingewöhnungsphase fand ich immer mehr Gefallen an Katarinas Piratenabenteuer.

Insbesondere das Aufspüren und Ausgraben von verborgenen Schatztruhen konnte mich zunächst motivieren. Bei der Schatzsuche fungiert der Dualshock 2-Controller wie eine Art Radar und vibriert stärker, sobald man sich der Position des vergrabenen Schatzes nähert, um ihn dann ausgraben zu können. Coole Idee!

Die Seeschlachten gefielen mir ebenfalls recht gut. Je mehr Gold und Edelsteine man sammelt, desto besser lässt sich das Schiff mit Kanonen, Minen, Feuerschalen etc. ausrüsten. Dadurch werden beide Spielbereiche – die Erkundung zu Land und zu Wasser – perfekt miteinander verknüpft. Man findet später auch unterschiedliche Galleonsfiguren, die sich am Schiff anbringen lassen und dann verheerende Spezialmanöver wie Rammattacken oder Kettenblitze ermöglichen.

Überhaupt hatte ich das Gefühl, in dieser Piratenwelt viel entdecken zu können: Es gibt verschiedene Arten von Schatztruhen, die sich erst öffnen lassen, wenn man den versteckten Schlüssel gefunden hat. Hier lassen sich sogar Seekarten zu völlig neuen Inseln auf der Weltkarte ergattern! Man kann auch Muscheln sammeln, um Artworks der Entwickler im Menü freizuschalten. Und es gibt in jeder Welt auch vereinzelte Aufträge von NPC’s zu erledigen, um noch mehr Beute einzustreichen.

Neben der großen Welterkundung schafft es das Spiel aber auch kleine, schöne Momente zu erschaffen: Zum Beispiel, wenn man in der Hafenfestung anlegt und ein fröhliches Seemannslied ertönt, bei dem man direkt mitschunkeln möchte. Oder wenn man die Frigatte bei Nacht durch eine unheimliche Geisterbucht manövriert und sich der riesige Vollmond auf der Wasseroberfläche spiegelt.

Abgesehen von der leicht unpräzisen Steuerung, gibt es allerdings ein entscheidendes Ärgernis, zumindest aus meiner Sicht: Kontinuierlich wieder auftauchende Feinde! Sowohl zu Wasser, als auch zu Land sind einmal besiegte Gegner nämlich nicht endgültig tot sondern kehren nach kurzer Zeit wieder auf. Das geschieht teilweise schon dann, sobald man sich wenige Meter bewegt hat und dann wieder umdreht! Das hat mich zahlreiche unfaire Bildschirmtode gekostet und ist besonders frustrierend auf großen Inseln mit seltenen Speicherpunkten. Automatische Rücksetzpunkte gibt es ohnehin nicht…

Ich denke, es sind eher die kleinen, ungeschliffenen Details, die diesen Titel unterm Strich den Erfolg verwehrt haben. War die Vision von Westwood vielleicht größer als das fertige Produkt? Das Grundkonzept funktioniert jedoch und deshalb hat mir Pirates – The Legend of Black Kat auch gut gefallen. Es bietet eine tolle Piratenatmosphäre, einen interessanten Genre-Mix und eine motivierende Jagd nach Schätzen. Da der Titel jedoch auch technisch und inszenatorisch nicht gut gealtet ist, möchte ich ihn heutzutage wirklich nur eingeschränkt empfehlen.

Veröffentlicht am September 8, 2019 in Game Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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