PS2 Review: Beyond Good and Evil

Titel: Beyond Good & Evil

Genre: Action-Adventure

Entwickler: Ubisoft Montpellier

Release (PAL): 2003

Publisher (PAL): Ubisoft

 

 

 

 

Die friedlichen Bewohner des Planeten Hillys werden seit einiger Zeit durch Angriffe außerirdischer Kreaturen names DomZ bedroht. Immer wieder werden Städte aus dem All angegriffen und Bewohner verschwinden auf mysteriöse Weise. Die Militärorganisation Alpha Abteilung ist bemüht, die Bürger zu verteidigen, kann der feindlichen Übermacht aber wenig entgegenbringen. Die junge Fotoreporterin Jade wird unerwartet in die globale Auseinandersetzung gesogen, als ihre Heimat, ein kleines Waisenhaus in dem sie aufgewachsen ist, attackiert wird. Gemeinsam mit ihrem Adoptivonkel Pey’j kann sie die DomZ in die Flucht schlagen und schließt sich der Rebellenorganisation IRIS an. Die IRIS-Mitlgieder vermuten eine geheime Allianz zwischen den DomZ und der ALPHA-Abteilung und wollen dies mit Hilfe von Jades Fähigkeiten als Fotografin auch beweisen.

 

 

Im Kern ist Beyond Good & Evil ein Action-Adventure, das den Spielen der Legend of Zelda-Reihe gar nicht unähnlich ist. Eine relativ frei erkundbare Oberwelt, die Jade auf ihrer Reise mit einem Hovercraft durchquert, verknüpft abgegrenzte „Dungeon“-Gebiete, in denen es zu Kämpfen, zu schleichen und zu Rätseln gilt. Hier gilt es meistens unentdeckt ein bestimmtes Objekt als Beweis zu fotografieren. So essentiell wie in Metal Gear Solid sind die Stealth Passagen allerdings nicht. Jade ist zudem nicht immer allein unterwegs sondern wird an vielen Stellen von einem Partner wie Pey’j oder Agent Double H begleitet. Die Begleiter unterstützen den Kampf gegen Aliens oder Roboter mittels durchschlagender Kombi-Attacken und sind durch ihre speziellen Fähigkeiten auch unabdingbar für die Lösung von Rätseln.

Ein weiteres wichtiges Spielelement ist das bereits erwähnte Fotografieren! Für jede neue Spezies, die man auf seiner Reise knippst und an das Forschungsinstitut übermittelt, erhält man neue Credits. Mit Credits lassen sich dann bei verschiedenen Händlern oder Automaten Heilungsgegenstände und Charakterupgrades erwerben, zum Beispiel zur Erweiterung der Lebensenergie. Wenn man gerade nicht der Hauptgeschichte folgen möchte, kann man sich auch mit kurzweiligen Nebenaufgaben wie Hovercraft-Rennen oder einer Runde Air Hockey in der Bar ein paar extra Credits verdienen.

 

 

Je mehr ich mich mit Beyond Good and Evil beschäftigt habe, desto überzeugter bin ich, dass dieses ambitionierte Spiel seiner Zeit ungefähr 10 Jahre voraus gewesen ist. Egal was man betrachtet, die Produktionsqualität ist überragend: Die Charaktere sind professionell auf Deutsch vertont, die Menüs sind aufwendig designt, die Musikuntermalung ist fantastisch abwechselungsreich und unterstreicht das exotische Flair dieser Welt. Einige Tracks besitzen definitiv Ohrwurmcharakter! Der comicartige Grafikstil verleiht den Charakteren einen einzigartigen Charm und auch die Städt, Wassergebiete und Außenareale sehen top aus. Die Geschichte und Figuren wissen zu fesseln und nicht zuletzt auch die Spieltiefe kommt nicht zu kurz: Das Sammeln von versteckten Perlen motiviert genauso wie das Entdecken und Fotografieren immer neuer Spezies.

Oder anders zusammengefasst: Durch das zeitgemäße, durchaus moderne Gameplay und Design ist Beyond Good & Evil erstaunlich gut gealtert und kann auch heute noch zu großen Teilen genossen werden! Während meines rund 17-Stündigen Abenteuer haben mich zwar ein paar technische Schnitzer genervt, wie gelegentliches Stottern der Grafik-Engine, verpixtelte Hud Icons und gelegentlich auftretende Sound Bugs. Ich kann aber nicht sagen, ob es ein grundsätzliches Problem des Spiels ist oder einfach an meinem PS2-Laufwerk liegt. Okay, und die Echtzeit-Kämpfe gehören tatsächlich nicht zu den Stärken des Spiels: Diese enden meist in uninspiriertem Gekloppe ohne wirkliche Taktik.

Doch das sind in meinen Augen eher kleine Mängel, die ich dem Titel nicht groß ankreiden möchte. In Summe ist Beyond Good & Evil wohl eher über die Vielzahl seiner ambitionierten Ideen gestolpert: Es werden viele interessante kreative Elemente ins Spiel gebracht und vermischt, jedoch irgendwie nie komplett bis zu Ende durchdacht. Beispiele? Es gibt einen sehenswerten Tag-Nacht-Rhythmus im Spiel – aber er erfüllt rein gar keine Funktion. Es gibt ein paar coole Bosskämpfe – aber sie sind viel zu selten. Man kann die Oberwelt frei erkunden – aber es gibt kaum etwas zu entdecken. Rätsel lösen zusammen mit Pey’j macht Spaß – aber nach dem Anfang verschwindet er. Und so weiter und so weiter. Aus diesen Gründen ist Beyond Good & Evil umterm Strich ein wirklich sehr guter, aber eben nicht genialer Titel aus der mit Action/Adventures prall gefüllten Playstation 2 Software-Bibliothek.

 

 

 

 

Wer sich mit Beyond Good and Evil befasst, kommt zwangsläufig auch über den fehlenden kommerziellen Erfolg des Ubisoft-Titels zu sprechen. Trotz hoher Produktionsqualität und großem Lob der Fachmedien sowohl in Previews als auch Tests, konnte das Spiel nur wenige PS2-Besitzer zum Kauf bewegen. Eine tragische Entwicklung für das kreative Team rund um Rayman-Schöpfer Michel Ancel, welches bereits eine Fortsetzung in Planung hatte.

Seit dieser Zeit geistert Beyond Good & Evil durch sämtliche Playstation 2 „Geheimtipp“-Listen und die Entwicklung eines zweiten Teils wurde zwar häufig angedeutet aber nie wirklich bestätigt. Es sollte bis zur Ubisoft E3 Pressekonferenz im Jahr 2017 dauern, bis ein emotional bewegter Michel Ancel offiziell Beyond Good & Evil 2 der Welt vorstellen durfte. Was für eine Geschichte.

 

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Veröffentlicht am Oktober 21, 2018 in Game Reviews und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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