Beyond Good and Evil

Trotz hoher Produktionsqualität und viel Lob von Kritikern konnte das Spiel von Rayman-Schöpfer Michel Ancel keine kommerziellen Erfolge feiern

Facts

Kategorie: Action / Adventure
PAL-Release: 2003
Entwickler: Ubisoft Montpellier
Hersteller: Ubisoft
Spieler: 1
Zubehör: –

Story

Die friedlichen Bewohner des Planeten Hillys werden seit einiger Zeit durch Angriffe außerirdischer Kreaturen names DomZ bedroht. Immer wieder werden Städte aus dem All angegriffen und Bewohner verschwinden auf mysteriöse Weise. Die Militärorganisation Alpha Abteilung ist bemüht, die Bürger zu verteidigen, kann der feindlichen Übermacht aber wenig entgegenbringen.

Die junge Fotoreporterin Jade wird unerwartet in die globale Auseinandersetzung gesogen, als ihre Heimat, ein kleines Waisenhaus in dem sie aufgewachsen ist, attackiert wird. Gemeinsam mit ihrem Adoptivonkel Pey’j kann sie die DomZ in die Flucht schlagen und schließt sich der Rebellenorganisation IRIS an. Die IRIS-Mitlgieder vermuten eine geheime Allianz zwischen den DomZ und der ALPHA-Abteilung und wollen dies mit Hilfe von Jades Fähigkeiten als Fotografin auch beweisen.

Gameplay

Im Kern ist Beyond Good & Evil ein Action-Adventure, das den Spielen der Legend of Zelda-Reihe gar nicht unähnlich ist: eine relativ frei erkundbare Oberwelt, die Jade auf ihrer Reise mit einem Hovercraft durchquert, verknüpft abgegrenzte „Dungeon“-Gebiete, in denen es zu Kämpfen, zu schleichen und zu Rätseln gilt.

Hier gilt es meistens unentdeckt ein bestimmtes Objekt als Beweis zu fotografieren. So essentiell wie in Metal Gear Solid sind die Stealth Passagen allerdings nicht. Jade ist zudem nicht immer allein unterwegs sondern wird an vielen Stellen von einem Partner wie Pey’j oder Agent Double H begleitet. Die Begleiter unterstützen den Kampf gegen Aliens oder Roboter mittels durchschlagender Kombi-Attacken und sind durch ihre speziellen Fähigkeiten auch unabdingbar für die Lösung von Rätseln.

Ein weiteres wichtiges Spielelement ist das bereits erwähnte Fotografieren! Für jede neue Spezies, die man auf seiner Reise knippst und an das Forschungsinstitut übermittelt, erhält man neue Credits. Mit Credits lassen sich dann bei verschiedenen Händlern oder Automaten Heilgegenstände und Charakterupgrades erwerben, zum Beispiel zur Erweiterung der Lebensenergie. Wenn man gerade nicht der Hauptgeschichte folgen möchte, kann man sich auch mit kurzweiligen Nebenaufgaben wie Hovercraft-Rennen oder einer Runde Air Hockey in der Bar ein paar extra Credits verdienen.

Meinung

Je mehr ich mich mit Beyond Good & Evil beschäftigt habe, desto überzeugter bin ich, dass dieses ambitionierte Spiel seiner Zeit ungefähr 10 Jahre voraus gewesen ist. Die Produktionsqualität ist erstaunlich hoch: Die Charaktere sind professionell auf Deutsch vertont, die Menüs sind aufwendig designt, die Musikuntermalung ist fantastisch abwechslungsreich und unterstreicht das exotische Flair dieser Welt.

Der comicartige Grafikstil verleiht den Charakteren einen einzigartigen Charm und auch die Städte, Wassergebiete und Außenareale sehen top aus. Die Geschichte und Figuren wissen zu fesseln und nicht zuletzt auch die Spieltiefe kommt nicht zu kurz: Das Sammeln von versteckten Perlen motiviert genauso wie das Entdecken und Fotografieren immer neuer Spezies.

Oder anders zusammengefasst: Durch das zeitgemäße, durchaus moderne Gameplay und Design ist Beyond Good & Evil erstaunlich gut gealtert und kann auch heute noch zu großen Teilen genossen werden! Während meines rund 17-Stündigen Abenteuer haben mich zwar ein paar technische Schnitzer genervt, wie gelegentliches Stottern der Grafik-Engine, verpixtelte Hud Icons und gelegentlich auftretende Sound Bugs. Ich kann aber nicht sagen, ob es ein grundsätzliches Problem des Spiels ist oder einfach an meinem PS2-Laufwerk liegt…

Okay, und die Echtzeit-Kämpfe gehören tatsächlich nicht zu den Stärken des Spiels: Diese enden meist in uninspiriertem Gekloppe ohne wirkliche Taktik. Rückblickend betrachtet ist Beyond Good & Evil allerdings eher über die Vielzahl an ambitionierten Ideen gestolpert: Es werden viele interessante, kreative Elemente ins Spiel gebracht und vermischt, jedoch irgendwie nie komplett bis zu Ende durchdacht. Beispiele?

  • Es gibt einen realistischen Tag-Nacht-Rhythmus im Spiel – doch er erfüllt rein gar keine Funktion!
  • Es gibt ein paar coole Bosskämpfe – aber sie sind viel zu selten!
  • Man kann die Oberwelt frei erkunden – leider gibt es kaum etwas zu entdecken!

Aus diesen Gründen ist Beyond Good & Evil in meinen Augen also ein sehr gutes – aber eben nicht geniales – PS2 Action/Adventure.

Videos

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Bonus

Beyond Good & Evil Offizielles Lösungsbuch

Veröffentlicht am Oktober 21, 2018 in Game Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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