Retro Review: Half-Life

Mit einer aufgebohrten Playstation 2-Version von Half-Life beweist das Entwicklerstudio Gearbox, dass Ego-Shooter auch auf der Konsole gut funktionieren können – und zwar zu einer Zeit vor Halo, Killzone und Call of Duty.

Handlung

Gordon Freeman ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Black Mesa Forschungslabor und an seinem ersten Arbeitstag mit dem Test einer ungewöhnlichen Materie beauftragt. Alles läuft zunächst routiniert ab, doch im entscheidenen Moment geht das Experiment gehörig schief: Eine gewaltige Explosion öffnet Tore in eine fremde Dimension und feindselige Wesen überrennen das gesamte Labor! Als einer der wenigen Überlebenden bahnt sich Gordon einen Ausweg durch den riesigen Forschungskomplex. Und als wäre das Alles nicht schon gefährlich genug, ruft der Vorfall auch das Militär auf den Plan, welches die Ereignisse um jeden Preis vertuschen und jegliche Überlebenden eleminieren will. Ehe er sich versieht, muss sich Gordon also nicht nur mit fiesen Aliens, sondern auch mit kaltblütigen US-Soldaten anlegen.

Spielmechanik

Half-Life ist ein klassischer Ego-Shooter mit einer Story-Kampagne, die einen Mix aus Feuergefechten, Geschicklichkeitspassagen und gelegentlichen Bossfights. Die Geschichte wird dabei komplett durch geskriptete Szenen in Spielgrafik erzählt. Gordons anfänglich konventionelles Waffensortiment aus Pistole, Shotgun und Maschinengewehr wird später im Spiel durch experimentelle Forschungswaffen und Alien-Technologie erweitert.

Während die Kampagne eindeutig das Herzstück von Half-Life bildet, verfügt die PS2-Version noch über zwei zusätzliche Spielmodi: In „Head to Head“ können zwei Spieler im Splitscreen-Deathmatch gegeneinander antreten. Bei „Decay“ wiederum handelt es sich um einen kompett neuen und PS2-exklusiven Spielmodus, bei dem man den Black Mesa Unfall aus der Perspektive der Wissenschaftler Dr. Cross und Dr. Green erlebt. In 10 verschiedenen Story-Missionen müssen zwei Spieler gemeinsam Hindernisse überwinden und Aliens pulverisieren.

 

Meinung

Insgesamt macht Half-Life auf der Playstation 2 in meinen Augen eine sehr gute Figur. Das liegt vor allem an der starken Kampagne, die schon auf dem PC im Jahr 1998 Maßstäbe setzen konnte und das Storytelling in Ego-Shootern revolutioniert hat. Während sich die meisten Ego-Shooter damit begügen, dem Spieler immer fettere Wummen gegen immer stärkere Gegner vorzusetzen, gilt es bei Half-Life permament neue Herausforderungen zu meistern: Mal muss man sich in der Wüste vor einem bewaffneten Hubschrauber verstecken und im nächsten Moment vorsichtig ein mit Sprengfallen übersähtes Raketensilo durchqueren. Die Menge an tollen Gameplay-Ideen hätte locker für zwei oder gar drei Spiele gereicht!

Man muss außerdem anerkennen, dass sich Entwickler Gearbox bei der Half-Life PS2-Version in Punkto Inhalt und Ausstatung sichtlich Mühe gegeben hat. Zahlreiche optische Verbesserungen bei den Waffen-, Objekt- und Charaktermodellen werten das nicht ganz so zeitgemäße visuelle Erlebnis auf. Die Steuerung ist optimal an den Dualschock2-Controller angepasst und es gibt auch ein praktisches Fadenkreuz „lock-on“ für absolute Gamepad-Legastheniker. Erwähnenswert sind auch die komfortable Quick Save-Funktion, der 16:9 Widescreen Modus und sogar USB-Maus und -Tastatur lassen sich anschließen. Das kleine Sahnehäubchen ist hingegen der kooperative Decay Mode. Die Story ist wunderbar mit der Handlung des Hauptspiels verzahnt und zwei Spieler müssen hier wirklich zusammenarbeiten, um eine Mission abzuschließen. Wirklich schade, dass nicht viel mehr Spiele diesen Ansatz verfolgen!

Der Shooter von Valve/Gearbox ist also ein echt tolles Spielerlebnis, allerdings mit einer Ausnahme. Ein großes Manko sehe ich in der technischen Portierung. Mit etwas Flimmern und verwaschenen Texturen kann ich mich arrangieren, aber dass die Framerate beim Spielen häufig einbricht, finde ich wirklich nervig. Vor allem bei größeren Räumen oder vielen Effekten kommt es regelmäßig zu unschönen Slowdowns. Half-Life war bereits zu seinem PC-Debüt drei Jahre zuvor technisch nicht „State of the Art“ – da wäre also sicher mehr drin gewesen! Am Ende vom Tag kann man aber darüber hinwegsehen.

 

Tipp: Das Spiel wurde in Deutschland sowohl als USK16 als auch USK18-Version veröffentlicht. Bei der USK16-Version sind erhebliche Anpassungen beim Design der Gegner und der Gewaltdarstellung vorgenommen. Die USK18-Version hingegen ist die ungeschnittene Englische Original-Fassung, welche eindeutig besser ist.

 

Offizieller Video Trailer (US/NTSC)

 

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Veröffentlicht am Januar 3, 2018 in Game Reviews und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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