Retro Review: ICO

Als das Erstlingswerk von Fumito Ueda im Jahr 2002 erscheint, gibt es kein vergleichbares Spielerlebnis auf dem Konsolenmarkt. Damals ist es ein kommerzerlieller Misserfolg. Heute wird es als Kunstwerk gefeiert.

 

Handlung

ICO ist ein kleiner Junge mit Hörnern, der seit seiner Geburt an einem Fluch leidet. Er wird von seinen Dorfangehörigen für Krankheiten und Missernten verantwortlich gemacht. An seinem 10. Geburtstag wird ICO von vermummten Reitern in ein Gefängnis in einem abgelegenen Schloss gebracht. Dort soll er auf Ewigkeit eingeperrt bleiben und für seine vermeintliche Strafe büßen. In der Burg trifft ICO auf ein seltsames Mädchen, die eine unbekannte Sprache spricht und ebenfalls dort eingesperrt ist. Gemeinsam treten die zwei die Flucht aus ihrem verlassenen Gefängnis an. Dies erweist sich aber als keine leichte Aufgabe denn die finstere Schatten-Königin des Schlosses versucht sie mit allen Mitteln aufzuhalten.

Spielmechanik

Der Spieler übernimmt die Rolle des Hauptprotagonisten ICO und muss das unbekannte Mädchen an der Hand in die Freiheit führen. Um dem verwinkelten Burgkomplex zu entkommen wollen allerhand Klettereinlagen gemeistert und Umgebungsrätsel geknackt werden. Das unbekannte Mädchen wird dabei unaufhörlich von düsteren Schattenwesen gejagt, die sie zurück in ihren Käfig bringen wollen. Entfernt sich ICO zu weit von ihr, wird sie gefangen und es heisst ‚Game Over‘. ICO kann die Wesen mit Hilfe seines Schwertes kurzfristig vertreiben, doch nicht endgültig besiegen.

Meinung

Wie kann man unbefangen an ein Spiel herangehen, das bei Fans und Kritikern seit Jahren Kultstatus genießt? Das ist gar nicht so leicht. ICO wird immer wieder als ein großartiges PS2-Spiel erwähnt und ist geistiger Vater von Shadow of the Colossus, Twilight Princess oder Journey. Da hängt die Messlatte ziemlich hoch. Ich habe wirklich probiert, mir eine eine eigene Meinung über ICO zu bilden.

Ohne den Titel aus der Hüfte heraus verklären zu wollen, möchte ich behaupten, dass ICO bei seinem Release 2002 seiner Zeit meilenweit voraus war – zumindest was die Inszenierung angeht. Das gesamte Spielinhalt lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Kleiner Junge rettet mysteriöses Mädchen aus einer Burg. Fertig. Es gibt keine Tutorials, keine Menüs, kein HUD, keine Special Moves, keine Secrets, kaum Dialoge und über weite Teile nicht einmal Musik. Die Reduziertheit des Spielerlebnisses, inbesondere im Vergleich zu damaligen Titeln, ist absolut erstaunlich.

Diese Reduziertheit macht aber auch bei den Spielmechaniken nicht halt, wie etwa dem dünnen Kampfsystem oder der kurzen Spieldauer. Es verzichtet bewusst auf Elemente wie Power ups, Bonus-Waffen, Nebenmissionen oder Levelaufstiege. Das ist wohl die größte Schwäche und gleichzeitig auch größte Stärke des Spiels! ICO ist also kein Titel für jeden Spieler – und wird es auch wohl nie sein.

ICO ist eines dieser Spiele, die durch ihre Atmosphäre punkten. Das Durchqueren der leeren Burgruine während Vögel im Hintergrund zwitschern und die Sonne lange Schatten wirft, das hat schon eine ganz eigene Stimmung. Die nebulöse Hintergrundgeschichte lässt viel Raum für Spekulationen und Interpretationen, was ich persönlich super spannend finde! Für ca. 8 Stunden habe ich mich in dieser Welt sehr wohl gefühlt und das starke Ende hat mir eine Gänsehaut bereitet. Auch wenn ich nicht jedes Detail verstanden habe 😉

Offizieller Trailer

 

ICO Limited Edition

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Veröffentlicht am Mai 28, 2017 in Game Reviews und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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